Wer nicht macht, der wird gemacht – Selbstverantwortung übernehmen und Selbstwirksamkeit stärken

Diesen Satz habe ich einmal in einer Weiterbildung gehört – und er ist mir hängen geblieben: „Wer nicht macht, der wird gemacht.“ Ein einfacher Spruch, aber erstaunlich alltagstauglich.

Wie häufig sitzen wir Themen aus? Nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil anderes dringlicher erscheint, wir müde sind oder hoffen, dass sich alles von selbst regelt. Doch Themen, die wir nicht aktiv gestalten, werden oft von anderen entschieden. Und dann bekommen wir Ergebnisse, mit denen wir uns arrangieren müssen – auch wenn sie vielleicht nicht unseren Vorstellungen entsprechen.

Kleine Alltagsthemen

  • Die Überweisung: „Mache ich später.“ Später wird früher als gedacht – inklusive Mahngebühr.

  • Die Urlaubsliste im Job: Man trägt sich nicht rechtzeitig ein, will sich noch nicht festlegen. Die Kollegin ist schneller und blockt genau den Zeitraum, den man selbst gerne gehabt hätte. Plötzlich heißt es: arrangieren.

  • Das Projektmeeting: Man meldet seine Ideen oder Bedenken nicht an. Später ärgert man sich, weil genau das umgesetzt wurde, was man innerlich schon kritisch gesehen hat.

  • Der Kinofilm: Die Gruppe will gemeinsam ins Kino, aber niemand äußert sich. Am Ende entscheidet jemand anderes – und wir sitzen im Film, der uns eigentlich gar nicht interessiert.

Das sind kleine Themen, die clever organisiert lösbar sind. Doch wenn sie sich summieren, zahlen sie nicht auf das innere Zufriedenheitskonto ein.

Größere Themen bewusst angehen

Und manche Themen möchten wir bewusst nicht ins Visier nehmen. Vielleicht, weil wir glauben, sie rauben uns Energie, die wir gerade für anderes brauchen. Oder weil wir noch nicht im Lösungsmodus sind und denken: Darum kümmere ich mich später.

Während wir das Thema beiseiteschieben, arbeitet es oft im Hintergrund weiter. Es gärt im Unbewussten, bindet Aufmerksamkeit und kostet Kraft – auch wenn wir uns aktiv nicht damit beschäftigen.

Klar manche Themen brauchen Reife oder haben gerade nicht Vorrang. Doch wenn wir im Hamsterrad stecken, landet der Gedanke „Bitte das nicht auch noch“ schnell auf der inneren Prokrastinationsliste.

Es kann hilfreicher sein, regelmäßig kleine Slots einzubauen, um innezuhalten und hinzuschauen – damit das eigene innere Beet gepflegt wird.

Um welche Themen kann es gehen?

Zum Beispiel:

  • Konfliktsituationen, in denen das eigene Verhalten im Nachhinein häufig unpassend erscheint.

  • Ein diffuses Gefühl von Unzufriedenheit, das immer stärker wird, ohne dass klar ist, wo der Hebel zum Ansetzen liegt.

  • Grenzen setzen: Immer wieder Ja sagen, obwohl innerlich ein Nein da ist – und sich anschließend ärgern oder erschöpft fühlen.

  • Entscheidungen vertagen: Beruflich oder privat auf der Stelle treten, weil die Angst vor einer falschen Entscheidung größer ist als die Lust auf Bewegung.

Wenn diese Themen geklärt sind, verschwinden sie von der inneren Aufmerksamkeitsliste und können sich in Ressourcen verwandeln. Oft genügt ein neuer Blickwinkel, um Bewegung zu schaffen – sei es im eigenen Reflektieren, im Austausch mit anderen oder in Coachingsessions.

Selbstwirksamkeit stärken durch bewusstes Handeln

Wer lernt, sich frühzeitig um seine Themen zu kümmern, stärkt seine Selbstwirksamkeit: das Gefühl, Einfluss zu haben, nicht ausgeliefert zu sein und dass das eigene Handeln einen Unterschied macht.

Diese Erfahrung zahlt direkt auf das Selbstwertkonto ein. Ein gut gefülltes Konto ist entscheidend: für eine klare Kommunikation, um Grenzen zu setzen oder um offen mit Konflikten umzugehen.

Oder anders gesagt: Wer macht, wird nicht gemacht.
Und wer sich kümmert, gestaltet – Schritt für Schritt – sein eigenes blühendes Beet.

Wir verwenden Cookies, um unsere Website zu schützen und unseren Service zu optimieren.
CookiesImpressumDatenschutz